Der Schwimmteich im Winter

Mit Beginn der kalten Jahreszeit ändert sich auch das Bild des Schwimmteichs. Die Pflanzen beginnen zu verwelken, viele Unterwasserpflanzen versinken in den Tiefen der Regenerationszone. Optisch bieten sich durch bereifte oder verschneite Pflanzenteile durchaus interessante Aspekte.

Bei den gewöhnlichen Gartenteichen ist diese Jahreszeit mit Pflege, aber kaum mit Nutzen für den Besitzer verbunden. Anders dagegen bei Schwimmteichen. Mit Beginn der frostigen Jahreszeit beginnt für Schwimmteiche die zweite Saison. Die vorbereitetenden Pflegearbeiten aus dem Herbst sind abgeschlossen, krautige Pflanzen zurückgeschnitten und Laub von Bäumen und Sträuchern ist entfernt. Ab jetzt steht nicht mehr das Baden, sondern der Spaß über Wasser im Mittelpunkt. Ist die Eisfläche mindestens 10 cm stark, kann sie betreten werden. Trotzdem muss die Tragfestigkeit geprüft werden, bevor man sich in Gruppen aufs Eis begibt.

Schlittschuhlaufen, Eishockey und Eisstockschießen sind die dominierenden Sportarten auf Schwimmteichen im Winter. Vorsicht ist jedoch geboten. Die Dichtungsbahnen müssen, besonders im Randbereich, vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden. Dazu dienen Bautenschutzmatten aus PES-Vliesen, die über den Dichtungsbahnen verlegt werden. Oder die Randbereiche sind z.B. durch Hölzer oder Steine vom Spielbereich getrennt. Sind Stege mit den Stützen im Boden verankert, sind also mit der Dichtungsbahn bis an die Wasseroberfläche eingefasst, sind diese sensiblen Bereiche besonders zu schützen. Nicht nur die Dichtungsbahnen auch die Pflanzen müssen vor allzu rauher Behandlung geschützt werden. Sie sind zwar in Winterruhe, doch die Stengelreste, die aus dem Eis hervorragen sind wichtig für Sauerstofftransport und Gasaustausch aus dem Wasser in die Luft.

Um auch im Winter eine optimale Versorgung des Schwimmteiches mit Sauerstoff zu erreichen, ist es erforderlich eine reichhaltige, möglichst immergrüne Unterwasserbepflanzung zu etabalieren. Diese Pflanzen wie z.B. die Krebsschere, das Tausendblatt oder die Wasserpest nehmen tagsüber unter einer Eisschicht das im Wasser gelöste CO2 auf und wandeln es Sauerstoff um. Dieser wiederrum ist für die Tiere im Teich unentbehrlich und für den Abbau von organischen Materialien am Teichgrund, der ansonsten zu einem starken Anstieg von Faulgasen im Teich führen würde.

Die Schneedecke auf der Eisschicht im Winter zu entfernen wäre hilfreich, nicht für die Biologie sondern auch für die Sportler.
Die Vorbereitung für den Winterbetrieb von Schwimmteichen sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Da in der Regel eine Reihe von technischen Geräten eingebaut sind, müssen einige davon winterfest gemacht werden. Pumpen die nicht in einem frostfreien Schacht oder Raum untergebracht sind, baut man am besten aus. Verteilerschächte mit Kugelhähnen und Schläuchen sind zwar in der Regel frostfest, doch ein Schutz aus Styropor oder Stroh ist empfehlenswert. Rund- oder Schwimmskimmer könnten beim Schlittschuhlaufen beschädigt werden und der oberste, bewegliche Teil wäre nur eine Stolperstufe. Folglich nimmt man ihn besser ab und bewahrt ihn geschützt auf.

Natürlich kann man den Schwimmteich auch im Winter zum Baden nutzen. Das Abkühlen nach dem Saunagang ist ein beliebter Sport im winterlichen Schwimmteich. Dabei müssen Löcher ins Eis geschlagen werden, die allerdings auch mit Problemen verbunden sind: die Schwingungen beim Einschlagen der Eisdecke können die Tiere im Schwimmteich schädigen. Ein Vorteil dieser Badelöcher ist, dass viel Sauerstoff in den Teich transportiert wird und eine Entgasung – bei zuviel Mulm am Beckengrund – stattfinden kann. Leider frieren solche Löcher immer wieder zu und sogenannte Eisfreihalter helfen in der Regel wenig. Um das Wasser an der gewünschten Stelle freizuhalten, empfiehlt es sich, ca. 3-4 cm Wasser abzupumpen, damit unter der Eisschicht eine Luftschicht entsteht.

Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V.