Öffentliche Naturbäder – aus einer Idee sind 100 Bäder geworden

Schwimmteiche für private Hausgärten werden schon seit langem gebaut und haben von Jahr zu Jahr einen steigenden Zulauf. Was im Privaten funktioniert, muss doch auch im öffentlichem Bereich funktionieren. Drohende Schließungen von öffentlichen Schwimmbädern, da die anstehenden Renovierungen bei den angespannten Haushaltslagen nicht mehr aufzubringen sind. Dieses sind zwei von vielen Gedanken die Planer und Kommunen zu der Idee brachten konventionelle Freibäder in Naturbäder mit biologischer Klärung umzuwandeln. Neben dem chemiefreiem Wasser kommen geringere Kosten für den Umbau im Vergleich zur Renovierung im konventionellen Stil zum tragen. Bereits 1997 wurde in Uslar das erste öffentliche Naturschwimmbad eröffnet. Von der Planung bis zur Genehmigung und Betriebserlaubnis waren viele Hürden zu nehmen. Um dieses neue, revolutionierendes Konzept ausführen zu können mussten viele Behörden überzeugt werden.

In der Zwischenzeit stehen viele Kommunen und Betreiber dem Thema Naturschwimmbäder sehr positiv gegenüber. Auch bei den Behörden ist ein Umdenken erfolgt, da viele positive Erfahrungen als Beispiele dienen.

Neben der Optik hat sich auch in der Technik in den letzten Jahren viel verändert. Eine Richtlinie für den Bau und Unterhalt von öffentlichen Schwimmteichen, die im Rahmen der FLL-Reihe erarbeitet wurde, gibt Planern, Ausführenden und Betreibern Sicherheiten bei der Planung, dem Bau und der Unterhaltung des Bades.

Daher ist es auch nicht verwunderlich das mittlerweile über 100 öffentliche Naturbäder betrieben werden. Im Sommer dieses Jahres ist in der Gemeinde Maria Einsiedel, in der Nähe von München das 100. Naturbad eröffnet worden. Das Bad ist groß u.s.w. In der neun monatigen Bauzeit ist das konventionelle Freibad zu einer biologisch gereinigten Oase umgebaut worden. Die Filterung erfolgt über einen bepflanzten Kiesteich, der am Rande des Geländes platziert wurde, sowie über zwei weitere Filter, die platzsparend unter die Liegeflächen gebaut wurden.

Norbert Deppisch, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB) überreichte zur Eröffnung des Bades dem Chef der Stadtwerke, Herrn Mühlhäuser, einen speziellen Rettungsring der DGfnB, und begrüßte das Bad mit einer kurzen Ansprache im Club der vielen Naturbäder.

Aus der Idee – Schwimmen in natürlicher Umgebung und Wasser, ohne chemische Klärung – ist in den letzten 11 Jahren eine nicht mehr aufzuhaltende Bewegung geworden. Die Steigenden Besucherzahlen in diesen biologisch gereinigten Bädern, sowie die steigende Nachfrage der Betreiber und Kommunen bei den speziellen Planern, zeigen, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist. Mehr Informationen, auch zu privaten Schwimmteichen bekommen Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer unter www.dgfnb.de.

(Christian Klute / Pressewart DGfnB)