Gartenpflege im naturnahen Garten

Gartenpflege ist für Viele ein Reizthema. Schon manche Nachbarschaft ist an der Gartenpflege zerbrochen, denn Gartenpflege ist Weltanschauung.
Während es für die Einen vorrangig darum geht, den Garten sauber zu halten und damit Ordnungsliebe als Ideal nach außen zu tragen, möchten Andere und darunter viele Naturgartenfreunde durch die ungestörte Entwicklung von Natur vor der Haustür einen idealen Lebensraum schaffen.

In erster Linie entscheidet schon die grobe Einteilung des Gartens in Gestaltungs- und Funktionsräume bzw. deren Ausprägung über die Pflegeintensität.
Nutzgartenbereiche, Rasen, Wasserbecken und Prachtstaudenbeete benötigen grundsätzlich mehr Pflege als Gehölzpflanzungen, Wiesen, Teichflächen und Wildstaudenbereiche. Aber auch hier entscheidet erst die Ausprägung einer bestimmten Fläche über die Pflegeintensität: Darf der Rasen Kräuter und Moos enthalten, benötigt er weniger Pflege. Beetrosen brauchen mehr Betreuung als Strauch- oder Wildrosen. Und wenn als „Prachtstauden“ standortgerechte heimische Stauden verwendet werden, sind die Anforderungen an die Pflege ebenfalls geringer.
Standortgerechte und damit konkurrenzstarke Arten minimieren dagegen den Pflegeaufwand. Sie verlangen weder Düngung noch Bewässerung und bilden im Laufe der Zeit starke Bestände, welche die Ausbreitung nicht erwünschter Arten unterdrücken.
Um den Artenreichtum solcher Pflanzungen zu erhöhen, lassen sich die verwendeten Arten mit Zwiebelgewächsen verbinden, welche für Leben in den ersten Monaten des Gartenjahres sorgen.

Grundsätzlich helfen Mulchabdeckungen den Pflegeaufwand frischer Pflanzungen zu reduzieren. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Mulch nicht als Ersatz für das sorgfältige Beseitigen von Giersch, Quecke und anderen „Wurzelunkräutern“ stehen kann. Derartige Kräuter werden durch das Mulchen eher gefördert. Die Beseitigung wird durch die Mulchschicht erschwert. Beides erhöht den Pflegeaufwand.
Weiterhin lässt sich festhalten, dass architektonische Formen mehr Pflege brauchen, als organische, denn auch hier gilt: je natürlicher, je pflegeleichter.Gartenpflege sollte so gestaltet sein, dass die Ängste abgebaut werden, ohne dass das Wunschbild
Schaden nimmt. Das ist am ehesten mit einer ausgewogenen Mischung aus heimischen und anderen standortgerechten Arten und einer Kombination aus architektonischen und organischen Gestaltungselementen zu erreichen.


 

(Quelle: Naturgarten e.V.)