Bürokauffrau zwischen Blumenbeeten – Hilfe der NW für einen Ausbildungsplatz in einer Gärtnerei

Herford.

Drei Jahre lang suchte Alicia Massilautzki (22) eine Ausbildungsstelle. Dann ging alles ganz schnell: Dank eines Berichts der Neuen Westfälischen am 11. Juni wurde Heide Kleineberg von der gleichnamigen Gärtnerei auf die junge Frau aufmerksam und lud sie zum Vorstellungsgespräch ein.

„Als der Artikel in der Zeitung stand, hat mich Frau Kleineberg sofort angerufen. Dann ging alles ganz schnell. Ich habe meine Bewerbungsunterlagen per E-Mail geschickt und wurde zwei Tage später zum Vorstellungsgespräch eingeladen.“ In der Neuen Westfälischen hatte Alicia Massilautzki geschildert, was sie sucht: „Etwas Kaufmännisches sollte es auf jeden Fall sein.“ Dazu legte die 22 Jahre alte Frau Flyer mit Steckbrief, Foto und ihrem Anliegen aus. Doch die waren gar nicht mehr nötig. 150 Bewerber gab es für den Ausbildungsplatz zur Bürokauffrau in Heide Kleinebergs Gärtnerei. Alicia Massilautzki setzte sich gegen alle durch.

„Mir hat imponiert, wie eigeninitiativ Frau Massilautzki mit ihrer Ausbildungssuche war“, sagt die Gartenfachfrau. „Sympathie ist für mich das Wichtigste. Schließlich verbringe ich mit unserer Auszubildenden mehr Zeit am Tag, als mit meinem Mann.“

Ein spannendes Arbeitsumfeld wartet auf die neue Azubine: Die Gärtnerei Kleineberg ist spezialisiert auf den Teichbau. Je nachdem, was der Kunde wünscht, gibt es Pflanzen, Steine, Koi-Karpfen und sogar Ultraschallanlagen zur Algenvernichtung zum Teich dazu. „Alicia Massilautzki wird es hier bestimmt nicht langweilig werden, denn sie ist in alles direkt mit eingebunden“, sagt Heide Kleineberg.

Angebote ausarbeiten, Stundenlöhne erfassen und Korrespondenzen führen sind die Tätigkeiten, die auf Alicia warten. „Außerdem wird sie mit der Erstellung der Fotobücher befasst sein, die wir bei größeren Gartenarbeiten für jeden Kunden individuell anfertigen und mitgeben“, erzählt Kleineberg. In einem solchen Bilderbuch wird die Gartenverschönerung von Anfang bis zum Ende dokumentiert. Also eine waschechte kaufmännische Ausbildung zwischen Blumenbeeten.

Bisher verkaufte Alicia Massilautzki Erdbeeren als Aushilfe für den Obsthof Otte. Zuvor hatte sie 2008 ihr Abitur an der Olof-Palme-Gesamtschule (OPG) in Hiddenhausen gemacht und ein Studium abgebrochen. Jetzt freut sie sich auf ihre Ausbildung. Bis es Anfang September so weit ist, arbeitet die 22-Jährige bereits als Aushilfskraft in dem Gartenbetrieb.

„Meine Eltern haben sich riesig gefreut, dass ich eine Ausbildung bei einer Gärtnerei beginne“, erzählt sie. „Meine Mutter ist Hobbygärtnerin. Vielleicht kann ich ihr noch den einen oder anderen Tipp geben.“

 

 

 


(Neue Westfälische – Franziska Werner – Foto: Werner)